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4. Dekade 1975 - 1984

Mit den Kommunen auch Neuordnung in der CDU 

Am 1. Januar 1975 trat die Neuordnung der Kreise in Kraft. Der Oberbergische Kreis in seinen bisherigen Grenzen wurde durch die Gemeinden Engelskirchen, Lindlar und Wipperfürth aus dem Rheinisch-Bergischen und durch Hückeswagen und Radevormwald aus dem Rhein-Wupper-Kreis erweitert. Dies bedeutete eine Aufstockung der Mitgliederzahlen der CDU von 1.377 auf 2.406. Schon Ende 1974 war auf der Basis der neuen Zahlen ein Kreisparteitag in Wipperfürth durchgeführt und ein neuer Kreisvorstand gewählt worden, in dem Vertreter aus den neuen Gemeinden angemessen berücksichtigt waren. Kreisvorsitzender blieb Dr. Hans Horn. Mit dem Jahr 1975 begann eine der positivsten Phasen der CDU im Oberbergischen Kreis. Die Mitgliederzahl stieg allein in diesem Jahr um 550 netto. Die Kreistagswahl brachte der CDU mit 29 von 55 Mandaten die absolute Mehrheit. Bei den Landtagswahlen erreichte sie im Wahlkreis 26 (Kandidat Hans Wichelhaus) 50,1, im Wahlkreis 28 (Kandidat Dr. Hubert Türk) 56,5 und im Wahlkreis 52 (Kandidat Heinz Voetmann) 51,5 %. Bei der Bundestagswahl 1976, die der CDU insgesamt ein ausgezeichnetes Ergebnis bescherte, konnten wir die drei Bundestagswahlkreise, zu denen der oberbergische Kreis je zum Teil gehörte, in direkter Wahl gewinnen. Horst Waffenschmidt siegte im Wahlkreis 65 mit 51,7 %, Franz Heinrich Krey im Wahlkreis 66 mit 49,3 % und Gerhard Braun im Wahlkreis 68 mit 46,0 % 

Eine der größten politischen Veranstaltungen im Oberbergischen Kreis: CDU-Kanzlerkandidat Helmut Kohl im September 1976 auf dem Platz vor der Stadthalle in Gummersbach. Im Jahr 1980 wurde die Situation allerdings schwieriger. Der Oberbergische Kreis war jetzt ein in sich geschlossener Bundestagswahlkreis und gleichzeitig aufgeteilt in zwei Landtagswahlkreise. Schon die Landtagswahl am 11. Mai stand ganz im Zeichen der Bundespolitik. „Krieg oder Frieden“ war das Schlagwort. Hinzu kam der plötzliche Tod des Spitzenkandidaten Heinrich Köppler, der die Partei für eine kurze Phase lähmte. Unsere Kandidaten Hans Wichelhaus und Dr. Hans Horn wurden jedoch mit einem beachtlichen Ergebnis gewählt. Dies schaffte auch Dr. Horst Waffenschmidt bei der nachfolgenden Bundestagswahl. Ein Jahr früher hatte die CDU auf Kreisebene ihre absolute Mehrheit, allerdings um 1 Sitz geschrumpft, verteidigt. Sie erreichte mit 50,8 % den gleichen Stimmenanteil wie bei der ersten Direktwahl zum Europäischen Parlament im gleichen Jahr. Unser Vertreter dort wurde Gerd Ludwig Lemmer aus Remscheid, der Kandidat der CDU des Bergischen Landes. Auf Kreisebene blieb politisch alles beim alten. In der Verwaltung vollzog sich jedoch ein einschneidender Wechsel. Oberkreisdirektor Dr. Goldenbogen räumte nach 33 Jahren seinen Schreibtisch und ging in den wohlverdienten, aber ungeliebten Ruhestand. Der Kreistag wählte zu seinem Nachfolger den Wiehler Stadtdirektor und früheren stellv. Kreisvorsitzenden der CDU, Dr. Dieter Fuchs.

Der Regierungswechsel in Bonn im Oktober 1982 brachte für unseren Abgeordneten Dr. Horst Waffenschmidt einen weiteren Sprung auf der Karriereleiter. Er wurde Parl. Staatssekretär beim Bundesminister des Innern. Er war damit neben Helmut Kohl und Norbert Blüm eines von drei Regierungsmitgliedern, die über 15 Jahre in der gleichen Funktion tätig waren. Bei der Kommunalwahl 1984 verlor die CDU ihre absolute Mehrheit im Kreistag. Aufgrund der jahrelangen guten Zusammenarbeit mit der FDP blieb sie allerdings mit diesem Koalitionspartner in der Verantwortung und Hans Wichelhaus blieb Landrat. Dieses Ergebnis hatte sich bei der Europawahl des gleichen Jahres schon angedeutet. Aber auch hier blieb Gerd Ludwig Lemmer für weitere fünf Jahre unser Abgeordneter.